Was ich von Corona gelernt habe.

 

Zuallererst…Corona ist nicht vorbei, lediglich gewisse Einschränkungen wurden aufgehoben. Und so bin auch ich seit zwei Wochen wieder täglich im Büro und habe das Homeoffice und Homeschooling an den Nagel gehängt. Endlich. Ich weiß, es ist Jammern auf hohem Niveau und anderen geht es viel schlechter. Aber ganz ehrlich…diese Anderen übernehmen mein Tagespensum deswegen trotzdem nicht und so möchte ich also jammern. Ihr doch auch, oder?

Wir waren von Mitte März bis bis Juni in der Coronazeitrechnung. Zu Beginn war ich mit dem Schulkind daheim. Das ließ sich Jobmäßig bei uns so besser erledigen. Ich bin jetzt wieder fit in Malfolgen 🙂 falls man die überhaupt vergessen kann. Aber….puh…nach fünf Wochen Lehrerdasein war ich durch und wir teilten uns das ein wenig auf. Erkenntnisse vom Herzmann: „Wow, man schafft ja gerade mal eine E-Mail zu schreiben, da ist der Aufgabenblock wieder vorbei“. Denn Homeschooling ist nicht so simple wie manche denken „Ach, ein paar Aufgaben geben und schwuppdiwupp ist das  Kind beschäftigt. Ähm, nein.“ Wir haben uns ausführlich mit dem Schulstoff beschäftigt und grundlegend versucht diesen zu vermitteln und eben nicht nur hinzulegen. Nebenbei hat man einen 40-Stunden-Jonb und möchte auch diesem gerecht werden. Ihr könnte euch vorstellen, wie ko man Freitagabends ist. Und dabei hatten wir nur einen 8-Jährigen zu betreuen. Ich ziehe den Hut vor allen Eltern, die kleine Kinder bespaßen und vielleicht sogar Größere unterrichten mussten. Ein Balanceakt sondergleichen. Seid stolz auf euch.

Was habe ich von Corona gelernt? Ich kann nicht gleichzeitig Lehrerin und Arbeitnehmerin zu 100 % sein. Irgendwas bleibt auf der Strecke, wenn man das dauerhaft versucht. Nämlich man selbst. Ich war dermaßen geschlaucht. Irgendwann gereizt. Dann ko und müde. Ich habe gelernt, auf meine innere Stimme zu hören. Ich kann nicht alles schaffen. Also suchte ich nach Entspannungen. Oh Wunder, oh Wundern…Sport hilft tatsächlich dabei. Ich bin sowas von unsportlich geworden, schrecklich. Jedoch nichts, was man nicht wieder hinbekommt. Ich quäle mich bei meinen Bodenturnübungen wie blöd (30-Tage Challenges für Bauch, Beine, Po, Arme). Manchmal siehe ich aus wie ein Käfer auf dem Rücken. Was soll’s…Die Käfer kommen irgendwann auch wieder hoch. Ich also auch.

Und dann entdeckte ich eine Ader, die mir zu Schulzeiten schlichtweg fehlte. Ich bin kreativ geworden. Die Coronazeit hat sämtliche Letteringkünstler an ein geöffnetes Eisloch manövriert und täglich konntest du verschiedenen Workshops wie Fische beim Eisangeln herauspicken. Es macht soviel Freude und bringt mir unendlich viel Entspannung. Ich bin zwar noch totale Anfängerin, aber es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Nebenbei habe ich unendlich viele Kuchen gebacken und die Waage sagt mir das auch immer wieder, wenn ich sie dazu befrage. Hmm. Und was ganz verrücktes noch: Pflanzen umtopfen. Bis vor einem Jahr haben Pflanzen bei mir kein Jahr überlebt, mittlerweile habe ich sowas wie einen grünen Daumen entwickelt. Entzückend. Alles in allem weiß ich jetzt durch Corona: ich brauche Momente, die ich ganz für mich alleine habe. Es hat schon fast etwas mediatives.

Was habt ihr so gemacht zur Entspannung und qualitativen Ich-Zeit?

Sonnige Grüße

 

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